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Achtsamkeit, Entspannung und "Non Sleep Deep Rest"

Achtsamkeit ist die Fähigkeit, den aktuellen Moment bewertungsfrei und bewusst wahrzunehmen.

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Achtsam zu sein bedeutet demnach, die Aufmerksamkeit absichtsvoll auf Erfahrungen des gegenwärtigen Augenblicks zu richten. Achtsamkeit ist also eine Schulung der Wahrnehmung. Es geht darum, im aktuellen Moment zu sein und dabei Gedanken, Gefühle, Emotionen und Körperempfindungen lediglich wahrzunehmen. Das lässt sich als Grundhaltung im täglichen Leben praktizieren: Zum Beispiel könnten Sie sich komplett darauf konzentrieren, eine Tasse Tee zu trinken, den Duft zu riechen und die warme Tasse in den Händen zu spüren. Es geht also darum, präsent zu sein und nicht in Gedanken abwesend oder von Gefühlen überwältigt.

Daraus folgt: Jeder Mensch kann Achtsamkeitsübungen machen. Es gibt keine Einschränkungen. Alter und körperliche Fähigkeiten spielen keine Rolle. Achtsamkeitsübungen sind auch weder religiös noch esoterisch. Sie nehmen sich einfach etwas Zeit für sich und konzentrieren sich bewusst auf den aktuellen Moment, auf Ihren Körper, auf Ihre Gefühle oder auf Ihren Atem. Dabei geht es nicht darum, etwas ändern zu wollen, sondern rein ums Beobachten, ums Nicht-Bewerten, ums Akzeptieren.

[ Warum ist die Beobachtung des Atems so zentral? ]



"Non Sleep Deep Rest" (NSDR) ist ein Überbegriff für Entspannungstechniken, die in einen Zustand führen, der nahe dem Schlaf ist, aber dennoch bei vollem Bewusstsein. Das führt einerseits in eine tiefe Entspannung. Und andererseits öffnet es innere Ressourcen für heilsame Reorganisationsprozesse im Gehirn und Nervensystem.

Während der Übung gilt: Nichts tun, nur beobachten. Die Übung lehrt und trainiert, dass Gedanken, Gefühle und Regungen kommen und gehen. Die Instanz des "inneren Beobachters" wird gestärkt. Dadurch wird es auch im Alltag immer leichter, belastende Gedankenmuster zu entdecken und loszulassen.

Die Übungen werden vorzugsweise im Liegen durchgeführt und können daher zwar auch als Unterstützung zum Einschlafen verwendet werden. Doch eigentlich dienen sie einer intensiven und gleichzeitig entspannten Beschäftigung mit sich selbst. Sie bleiben deshalb während der Übung grundsätzlich bei vollem Bewusstsein. Es handelt sich also nicht um Hypnose. Ihnen wird nichts eingeredet.

Geführte NSDR-Sitzungen im Einzelsetting erlauben es, die Bilderwelt und angebotenen Visualisierungen auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen. Das kann die Entspannung intensiver werden lassen. Und noch wichtiger: Bei entsprechender Auswahl der Bilder- und Vorstellungswelten im Rahmen einen individuellen Beratungsprozesses wird die Methode zu einem "Near Sleep Deep Reprocessing", also einer inneren Neu-Verarbeitung in einem tief entspannten Zustand. Individuelle NSDR-Sitzungen, die direkt auf bestimmte Themen einer Person angepasst sind, können viel in Bewegung bringen und sollten darum nur von ausgebildeten psychologischen Beratern und Psychotherapeuten im Rahmen eines begleitenden Prozesses durchgeführt werden.

[ Typische Inhalte einer geführten NSDR-Einheit ]


Viele wissenschaftliche Studien belegen die Wirkung von Interventionen, die auf Achtsamkeit und neutrale Wahrnehmung des Hier und Jetzt aufbauen.

Zu den positiven Wirkungen zählen: Achtsamkeit senkt den inneren Stresspegel, erhöht das Mitgefühl mit anderen, weckt positive Gefühle, steigert die Konzentrationsfähigkeit, verbessert soziale Beziehungen, stärkt das Immunsystem und unterstützt Selbstakzeptanz und Selbstwertgefühl.

Außerdem lindern Achtsamkeitsübungen Symptome bei Depressionen, Angstzuständen, Borderline-Erleben, Ess-Störungen, Sozialer Phobie, Drogensucht und Selbstverletzungen. Das Erlernen und Üben von Achtsamkeit ist zwar kein Ersatz für medizinisch indizierte Behandlungen und Therapien, unterstützt und begleitet diese allerdings sehr gut und trägt zu einer Verbesserung des subjektiven Empfindens und damit zu einer Erhöhung der Erfolgschancen einer Behandlung bei.